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Schule und Patenschaften

Projektschwerpunkt SCHULE

Kenia hat ein 8-4-4 Schulsystem mit acht Jahren in der Grundschule (Primary School), einer weiterführenden Schule mit vier Jahren bis zum Abitur (Secondary School) und der anschließenden Möglichkeit eines vierjährigen Studiums.

In unserem Projektgebiet gibt es drei Grundschulen – Die drei Primary Schools beteiligen sich alle an dem landwirtschaftlichen Projekt „konservierende Landwirtschaft“. Neben der fachmännischen Unterweisung durch Paul Wamai erhalten die Einrichtungen das Saatgut (Mais und Lab Lab Bohnen, Düngemittel, etc.) von der SamburuHilfe. Durch den praktischen Unterricht im Schulgarten wird sichergestellt, dass die Kinder schon neue und alternative Anbaumethoden durch eigenständiges Arbeiten im Schulgarten erlernen und auch an die Eltern weiter geben können.

Nach Aussage von Familien die von der traditionellen Landbaumethode zur „konservierenden Landwirtschaft“ übergegangen sind, sind neben den ökologischen Erfolgen auch die Erträge um rund 40-50 % höher als zuvor.

1.) Alfred Knau Leirr Primary School

2009 haben wir damit begonnen, in Baawa eine Grundschule gemäß den kenianischen Anforderungen und Regelungen massiv aus Stein zu errichten. Über die benötigten Klassenräume hinaus entstanden inzwischen zehn Toiletten, eine Schulküche und in 2014 auch ein großer Speiseraum und als Schlussbaustein die beiden Secondary School gerechten Klassenräume 7 und 8. Dadurch ist gewährleistet, dass die Kinder einen vollständigen Grundschulabschluss absolvieren können

In 2011 wurde auch ein Büroraum mit Schreibtischen für die Lehrer gebaut. Inzwischen ermöglicht die nach dem Vereinsgründer benannte „Alfred Knau Leirr Primary School“ ca. 650 Jungen und Mädchen in 8 Klassen den Schulbesuch – hier werden zudem auch Kinder mit geistigen oder körperlichen Behinderungen zusammen mit den anderen Kindern unterrichtet. Erfreulicherweise ist das Verhältnis von Jungen und Mädchen nahezu paritätisch.

Aufgrund der hohen Kinderzahl wird Unterricht auch am Nachmittag abgehalten. Die Klassenstärke in den 1. und 2. Klassen wurde in Abstimmung mit der Schulbehörde auf ca. 50 Kinder pro Schuljahr begrenzt, jedoch zeigen die aktuellen Ergebnisse, dass hier in der Regel 60-80 Kinder ins Grundschulalter eintreten. Ab der 5. Klasse kann ein geordneter Unterricht (nicht als Frontalunterricht) erfolgen und die Klassenstärke beträgt dann ca. 30-40 Kinder.

Neben der Muttersprache Samburu werden ab dem 1. Schuljahr auch Kiswahili und Englisch unterrichtet, denn ohne diese Sprachkenntnisse können sie sich später beispielsweise nicht mit einem Angehörigen einer anderen Volksgruppe (Turkana, Kikuju usw.) auf dem nächsten Markt verständigen. Zudem wird Englisch für eine Beschäftigung in der Tourismusbranche oder in der Verwaltung vorausgesetzt. Selbst Zimmermädchen und andere Hilfskräfte in Hotels müssen die englische Sprache beherrschen.

Wir freuen uns darüber, dass die Alfred Knau Leirr Primary School nun 650 Jungen und Mädchen den Schulbesuch von der 1. bis 8. Klasse ermöglicht. Nach dem Schulabschluss können die Kinder in die umliegenden Secondary Schools wechseln. 

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Speiseraum Klassenraum

2.) Lkiloriti Primary School

Die Lkiloriti Primary School wird von 400 Mädchen und Jungen besucht.

Geplant ist 2017/2018 zwei neue Klassenräume und einen Speiseraum mit finanzieller Unterstützung durch das Ministerium für gesellschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklungshilfe zu bauen. Zudem werden auf dem Schulgelände auch zwei Klassenräume saniert, um diese als Vorschule zu nutzen.

Die Gemeinde unterstützt dieses Projekt mit einer finanziellen Eigenbeteiligung wie auch mit der Bereitstellung von Baumaterialien (Sand, Wasser).

3.) Baawa Primary School

Die Baawa Primary School wird von 400 Schülern und Schülerinnen besucht. Sie verfügt über ein Internat für Kinder, die weiter entfernt wohnen.

 

Projektschwerpunkt Food Programm

In 2017 haben wir in einem Adhoc-Programm die Essensversorgung für rund 1.800 Kinder in den Primary Schools und Kindergärten 3 Monate lang sicher gestellt, da der kenianische Staat den Schulen das benötigte Geld nicht zur Verfügung gestellt hat. Dies hat mit dazu beigetragen, dass der Schulbetrieb und das Lernen weiter erfolgen konnte.

 

Projektschwerpunkt Kindergarten und Vorschule

„Kindergarten unterm Baum“ ist vielfach Standard im Norden Kenias. Der Standard ist minimal und findet nur während der Sommermonate statt. Den Kindern wird dabei täglich eine warme Mahlzeit aus Mais und Bohnen gekocht.

Projekt Vorschule in der Gemeinde Lkiloriti – In Planung: Renovierung von 2 ehemaligen Schul- Klassenräumen und kindgerechtes Interieur zur Vorschulbildung von ca. 80 Kindern (Ca 4-6 Jahre alt). Geplanter Beginn Ende 2017.

Projekt Vorschule in der Gemeinde Leirr – Errichtung eines Modelkindergartens in der Gemeinde Leirr (rund 100 Kinder) mit Küche und Spielplatz. Zudem eine verbesserte Ausstattung der Schulklassen mit Lehrmitteln und Unterrichtsmaterialien. Dieser Kindergarten soll einen Modell-Charakter für den Samburu County District haben und wird in Zusammenhang mit dem Bildungs- und  Erziehungsministerium erarbeitet. Geplanter Beginn: Anfang 2019.

 

Projektschwerpunkt PATENSCHAFTEN

Das jährliche Einkommen eines statistisch durchschnittlichen kenianischen Bürgers beläuft sich auf rund 300,– Euro. Im ärmeren Norden Kenias, in unserem Einzugsgebiet Baawa, wird das jährliche Einkommen eines Erwerbstätigen sogar auf nur die Hälfte dieses Betrages geschätzt. Da so leider viele Familien in Baawa den Schulbesuch ihrer Kinder nicht bezahlen können, versuchen wir über das Paten-Sponsoring diese Situation zu verbessern und gezielte Förderungen zu geben. Unser Ziel ist es, arme Familien durch Patenschaften zu motivieren, ihre Kinder zur weiterführenden Schule zu schicken. Das gilt besonders für Mädchen. Mit einer Patenschaft können der Schulbesuch, die Schulgebühren (ab Secondary School) sowie die Unterbringung und die Verpflegung eines Kindes unterstützt werden. Derzeit haben wir ca. 80 Patenschaften abgeschlossen.

Insgesamt waren in der Grundschule Leirr von den ca. 600 Schulkindern der Grundschule (Stand April 2015) ca. 40 Patenkinder, die anderen Kinder sind in der Secondary School oder am College eingeschrieben.

Um aufkommenden Fragen nach sozialer Gerechtigkeit und Sozialneid zu begegnen, hat die SamburuHilfe e.V. in 2014 beschlossen, das Patengeld für Kinder der Grundschule in einem Fördertopf zu sammeln und für allgemeine Schulprojekte, die allen Patenkindern und auch den Kindern ohne Paten in der Grundschule zu gute kommen, zu verwenden. Dieser Beschluss ging in die richtige Richtung und wurde auch vor Ort begrüßt, da so eine breitere Streuung der Förderung möglich ist.

Dagegen werden die Patengelder für Kinder, die die Secondary School oder das College besuchen, direkt an die Kinder ausbezahlt, um einen wesentlichen Teil der Schulgebühren damit zu decken.

Mit jährlich nur 240 Euro kann man den Unterricht der vielen Grundschulkinder in den Primary Schools unterstützen, für Jugendliche einer Secondary School werden jeweils 360 Euro benötigt und für junge Erwachsene, die eine Ausbildung oder ein Studium absolvieren, je 450 Euro pro Jahr.

 

Kriterien für die Auswahl eines Patenkindes:

• Ein Patenkind wird i.d.R. von unserem Repräsentanten in Baawa vorgeschlagen (abhängig von der familiären Situation) und/oder von den Leitern der Grundschule (auf Grundlage eines Berichtes über das Kind). Die Förderung kann nur in Abstimmung mit der SamburuHilfe e.V. beginnen, wenn bereits Paten in Deutschland zur Verfügung stehen.

• Prinzipiell werden nur Kinder in Familien gefördert, in der kein Mädchen beschnitten wird und in der Frühverheiratung schriftlich ausgeschlossen wird. – Das ist noch umzusetzen und muss noch beschlossen werden.

• Vornehmlich sollen Kinder aus Familien gefördert werden, die aufgrund ihrer finanziellen Situation nicht in der Lage sind, ihre Kinder selbst zu unterstützen, vor allem Waisenkinder, Kinder von Alleinerziehenden etc.

• Wenn ein Kind für die Förderung ausgesucht wird, sendet der Repräsentant in Baawa der SamburuHilfe e.V. eine Beschreibung des Kindes (Gründe für die Förderung, Familiensituation, Alter, Gesundheit, kurzer Lebenslauf etc.).

• Bevor die Förderung beginnt, muss sie schriftlich von der SamburuHilfe e.V. genehmigt sein.

• Es gibt keine Unterschiede zwischen Jungen und Mädchen. Es können auch behinderte Kinder unterstützt werden.

• Die leiblichen Eltern des Kindes müssen die Schulbildung aktiv unterstützen.

• Wenn ein Kind aus einer Familie gefördert wird, ist eine Förderung eines weiteren Kindes aus dieser Familie nicht möglich bzw. kann nur in besonderen Härtefällen gewährt werden.

• Wenn ein Patenkind die Schule abschließt oder abbricht, muss dies durch den zuständigen Repräsentanten gegenüber der SamburuHilfe e.V. angezeigt werden. In diesen Fällen endet die Förderung.

• Die älteren Patenkinder werden, sofern es ihre Englischkenntnisse zulassen, einmal jährlich einen Brief an ihre Paten schreiben. Dies wird vom zuständigen Repräsentanten und dem Leiter der Grundschule organisiert.

 

Kriterien für die Förderung von Patenkindern in Baawa:

• Das Patenkind muss in die Schule gehen oder an einer längerfristigen Bildungsmaßnahme, die durch die Schule bescheinigt wird, teilnehmen.

• Mädchen und Jungen werden gleichermaßen gefördert.

• Der finanzielle Förderumfang wird von der SamburuHilfe e.V. auf Grund ihrer Richtlinien und Grundsätze entschieden.

• Kinder mit Beeinträchtigungen können ebenfalls gefördert werden, wenn sie die Schule oder eine spezielle Einrichtung besuchen.

• Die Förderdauer in der Grundschule erfolgt i. d. R. über 8 Jahre mit jährlich 240,– €.

• Der Besuch der weiterführenden Schule wird mit einem Betrag von 360,– € und der Besuch des College/der Universität mit einem Betrag von 450,– € pro Jahr gefördert.

• Der regelmäßige Schulbesuch ist durch Zeugnisse von der Secondary School / Universität zu belegen.

• Die Förderung im Bereich der weiterführenden Schule und der Universität deckt i.d.R. Schulgebühren, Lehrmittel, Unterkunft und außerplanmäßige Schulmaßnahmen ab. Weitere Kosten müssen selbst getragen werden.

• Eine Förderung ist an eine benannte Person gebunden. Eine Übertragung der Förderung auf eine andere Person ist nicht erlaubt.

• Es gibt keinen verbindlichen Rechtsanspruch auf Ausbildungsförderung durch die SamburuHilfe e.V.

• Schüler, die eine Förderung für das College / die Universität oder eine vergleichbare Maßnahme erhalten, sind angehalten, nach Beendigung ihres Studiums wenigstens 2 Jahre in der Baawa Region zu arbeiten und unsere Philosophie „Hilfe zur Selbsthilfe” zu unterstützen.

 

Schenken wir den Kindern diese Chance auf eine selbstbestimmte Zukunft.

Einfach unser Formular Patenschaft ausfüllen, Ansprechpartner sind Michael Mailliart und Gerda Wied-Glandorf.

 

Bilder (zum Vergrößern bitte anklicken)

Haus mit 4 fertigen, einem provisorischen Klassenraum Der 2011 neu erstellte Klassenraum Selbst auf engem Raum macht das Lernen Freude Das neue Lehrerhaus 2011 Großer Empfang für die Gäste aus Deutschland Einer von drei Schwerpunkten im Schuljahr: Pflege der Tradition (Tanz und Lieder) Der zweite Schwerpunkt: Wissenschaft Sport: Der dritte Schwerpunkt Das Schuldach leitet Regen in die Zisterne Starke und selbstbewusste Kinder…und Schulhefte vom Feinsten Die 2012 neu errichteten vier Schultoiletten.